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Neue Forschungsergebnisse zur Coburger Maguelonne (Ms 4)

Ms 4

Zum Bestand der Landesbibliothek Coburg gehört eine glossierte Handschrift aus dem 15. Jahrhundert (Ms 4). Sie enthält eine französischsprachige Fassung des bis heute, nicht zuletzt durch Ulrich Tukur, populären Erzählstoffes von der Schönen Magelone und ihrer an Verwicklungen und Abenteuern reichen Liebe zu Peter von der Provence. Bislang war man davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine aus Frankreich stammende Handschrift handelt, die Veit Warbeck im frühen 16. Jahrhundert für die von ihm erstellte älteste Fassung der Maguelonne in deutscher Sprache nutzte. Wie hingegen jüngste Forschungen von Dr. Christine Putzo (Lausanne)  zeigen, entstand die Handschrift in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Deutschland. Von vornherein war sie als Lehrwerk für die französische Sprache gedacht; mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für Kurfürst Friedrich den Weisen von Sachsen (1463-1525). Coburg war bis 1918 ein ernestinisches Fürstentum. Der Kurfürst von Sachsen und Schutzherr Martin Luthers war zur Entstehungszeit der Handschrift auch Landesherr in Coburg.

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