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Coburg aus dem "Dintenfas":
Caspar
von Teutleben (1576-1629) und die "Fruchtbringende Gesellschaft":
Nach
seinem juristischen Studium in Jena lebte er einige Jahre in Italien
(1597-1604). Nach der Assessortätigkeit am Hofgericht Jena begleitete er als
Hofmeister den zukünftigen sachsen-weimarischen Herzog Johann Ernst d.J. auf
dessen Kavalierstour. 1616 zum Hofmarschall in Weimar ernannt, scheidet er aus
unbekannten Gründen aus weimarischen Diensten aus und wird 1620 Geheimer Rat in
Coburg. Teutleben vertritt Coburg als Diplomat bei "Kreis- und Münzprobationstagen"
und am Hof in Wien. Von Teutlebens Aufenthalten in Coburg ist wenig bekannt.
Auch poetische Texte sind bis auf die Ausnahme seines "Reimgesetzes"
nicht überliefert.

Caspar von Teutleben. Kupferstich 1668. LBC, Cas A 1080.
Gründung
der "Fruchtbringenden Gesellschaft":
Am
24. August 1617, anlässlich der Beerdigung von Herzogin Dorothea Maria, soll
Teutleben, damals Hofmarschall des Weimarer Herzogs, die Gründung einer
deutschen Akademie nach dem Vorbild italienischer Akademien angeregt haben. Der
Vorschlag wurde von den in Weimar anwesenden Fürsten, vor allem von Ludwig von
Anhalt, begrüßt, und Teutleben wurde, da er den Vorschlag gemacht hatte, als
erstes Mitglied in die neu gegründete "Fruchtbringende Gesellschaft"
aufgenommen.
Aufgabe
der "Fruchtbringenden Gesellschaft":
Absicht der Gesellschaft war es, die "politischen, militärischen und intellektuellen Führungsschichten für die Vorstellung einer nationalen, sprachlichen und literarischen Kultur zu gewinnen und darüber hinaus eine Haltung konfessioneller Toleranz, das evangelisch-patriotisch unterbaute Streben nach einer umfassenden Bildungsreform" zu fördern. Die Reformierung der deutschen Sprache und Poesie und der Nachweis, dass in ihr, ebenso gut wie in der damals auch in Deutschland führenden französischen oder lateinischen Sprache, alles adäquat - und poetisch gelungen - darstellbar sei, galten als die wichtigsten Anliegen. Ähnliche Ziele verfolgte die 1644 in Nürnberg gegründete Sprachgesellschaft "Pegnesische(r) Blumenorden", die noch heute besteht. Die Mitglieder trugen Gesellschaftsnamen und wählten sich eine Pflanze als Symbol, wie später die "Pegnesen". Teutleben nannte sich "Der Mehlreiche", eine Anspielung auf die italienische Akademie "zur Kleie" in Florenz, die als Imprese einen Beutelkasten, in dem die Kleie vom Mehl geschieden wurde, verwendete.

Mitglieder
der "Fruchtbringenden Gesellschaft" und wichtige Veröffentlichungen:
Die
meisten Mitglieder der "FG" schrieben, von Gelegenheitsgedichten
abgesehen, nur wenig. Immerhin etwa jedes fünfte Mitglied tat sich "durch
literarische, gelehrte, akademische oder politisch-administrative
Schriften" hervor. Im Umfeld, aber auch im Kontext der
Sprachgesellschaften, entstanden bedeutsame poetologische Schriften. Mit dem
"Buch von der Deutschen Poeterey" beginnt 1624 die deutschsprachige
Poetik. Martin Opitz, der Verfasser, wurde 1629 unter dem Gesellschaftsnamen
"Der Gekrönte" Mitglied der "FG". Kaspar Stieler, der
"Spaten", schrieb ein deutsches Wörterbuch: "Der Teutschen
Sprach Stammbaum ..." (Nürnberg 1691) und Justus Georg Schottelius, der
"Suchende", veröffentlichte 1663 "Von der Teutschen Haupt
Sprache" und wird damit zum
"Vater der
deutschen Philologie". Harsdörffers "Poetischer Trichter" erschien
1648 bis 1653 in Nürnberg. Von besonderer Bedeutung war die Entwicklung einer
ausgeprägten Brief- und Redekultur in deutscher Sprache. Übersetzungen nahmen
einen großen Raum bei den literarischen Arbeiten ein, da, wie Klaus Conermann
meint, "auf diesem Feld jeder Geschickte, auf Schulen und Kavaliersreisen
in Sprachen gebildete Liebhaber der Freien Künste ohne ein hohes Maß an
Gelehrsamkeit Nutzen stiften konnte." Zudem seien Übersetzungen sehr gute
Übungen für die Verbesserung der deutschen Sprache, da so deren "Ebenbürtigkeit"
belegt werden könnte.
Nach
dem Tod 1680 des dritten Oberhauptes, Herzog August, wurde kein Oberhaupt mehr
gewählt. Da nur dieses neue Mitglieder aufnehmen konnte, starb die
"FG" aus.
Edmund Frey
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