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Tankred Dorst und Ursula Ehler

Tankred Dorst und  ...

... Ehefrau und Co-Autorin Ursula Ehler in der "Reithalle" des Landestheaters in Coburg am 28. April 2005

Als Gemeinschaftsprojekt mit dem Landestheater Coburg entstand der Abend mit Tankred Dorst und Ursula Ehler. Ein Abend mit einem Autor, der das moderne deutschsprachige Drama entscheidend mit geprägt hat. Tankred Dorst liest aus seinem neuen Erzählband „Der schöne Ort“. Prof. Dr. Friedhelm Marx (Universität Bamberg) moderiert das anschließende Gespräch zwischen Autor, Theatermachern und Publikum.

Tankred Dorst, 1925 in Sonneberg/Th. geboren, wurde Anfang der 60er mit zeitkritischen Theaterstücken bekannt. Seit dem Szenarium „Sand“, das 1971 von Peter Palitzsch verfilmt wurde, entstehen fast alle Arbeiten gemeinsam mit Ursula Ehler. 1990 erhielt er den Georg-Büchner-Preis.

Detlef Altenbeck (Landestheater), Friedhelm Marx (Universität Bamberg, Moderator), Tankred Dorst und Ursula Ehler

Carolin Herrmann schrieb dazu im "Coburger Tageblatt" vom 30. April 2005:

"Die Wirklichkeit ist zerrissen. Wir können die Welt nur noch fragmentarisch wahrnehmen." Was Tankred Dorst für seinen "Karlos", seine neue Erzählung, seinen Stil, Splitter der Realität aneinander zu setzen, feststellte, galt für diesen ganzen Abend. Tankred Dorst am Donnerstag in der überfüllten Reithalle - das brachte Splitter eines eindrucksvollen Dramatikers, bruchstückhafte Erklärungen zu Detlef Altenbecks Coburger "Karlos"-Inszenierung, dichte, harte Szenarien aus Dorsts Erzählung "Der schöne Ort" gelesen in gut einer halben Stunde von dem 79-jährigen Dichter selbst und seiner als Co-Autorin wirkenden Ehefrau Ursula Ehler. Der als Höhepunkt der Literaturtage "Coburg liest" konzipierte Abend brachte leider nicht die versprochenen Szenen aus der aktuellen "Karlos"-Inszenierung in Kontrast zu Schillers "Don Carlos". Der Hauptdarsteller, Peter Fischbach, war erkrankt. ... Wie hat (Dorst) die umstrittene Interpretation gefallen? Och, die freche, intelligente Inszenierung habe ihm Vergnügen bereitet. Ein Regisseur dürfe "so etwas" schon tun, seine eigene Fantasie einbringen. ... Detlef Altenbeck fühlt sich bestätigt. Dorst ist ein sympathischer, großzügiger Mensch mit dem Fast-Coburger-Bonus, wurde der 1925 in Oberlind bei Sonneberg geborene Autor doch in den dreißiger Jahren im Landestheater dramatisch infiziert, worauf der Bamberger Literaturprofessor Friedhelm Marx als Moderator gerne hinwies. ... (Ursula Ehler) beschreibt ihre - offensichtlich große - Rolle in Dorsts Schaffensprozess eher widerwillig, aber humorvoll als eine Art Kontrollinstanz im tagtäglichen Kommunikationsprozess der beiden, in dem Dorsts Texte entstehen. "Ich möchte mich gar nicht alleine an den Schreibtisch setzen", sagt Dorst leise. Wir streifen Tankred Dorsts großes dramatisches Weltgedicht "Merlin" und die tags zuvor bei der KinoInitiative unter dem Titel "Rotmord" gezeigte "Toller"-Verfilmung von Peter Zadek. Gelassen gibt (er) sich ob seiner Bayreuther-Regieaufgabe. "Man lernt dabei ja immer eine Menge", und schließlich wolle er ja keine Karriere als Opernregisseur starten. ..."

 

 

Dieter Ungelenk schrieb in der "Neuen Presse" vom 30. April 2005:

"Nach langer Zeit besucht er wieder einmal "offiziell" heimatliche Gefilde, der Dramatiker aus Sonneberg-Oberlind, der im Coburger Landestheater vor fast 70 Jahren seine künstlerische "Initialzündung" erlebte. Nicht nur der "Karlos" lockte ihn an: Als prominentester Gast der 2. Coburger Literaturtage ist er aus München angereist, um mit seiner Lebens- und Schreibgefährtin Ursula Ehler die neue Erzählung "Der schöne Ort" vorzustellen und dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Der Andrang ist vorhersehbar groß an diesem Donnerstagabend, und überfordert die Reithalle - mit ihrem Theater-Werkstatt-Charme eigentlich das ideale Forum für eine solche Begegnung - denn doch deutlich. Sitzend, stehend, kauernd erlebt das Auditorium einen entspannt und unprätentiös wirkenden Büchner-Preisträger, der gerne aus dem Nähkästchen plaudert und so gar nicht das Klischee des Star-Autoren bedient. Und eine Ko-Autorin, die ihre aktive Rolle im Schatten des namhaften Partners mit Selbstbewusstsein füllt und keineswegs den Status "Muse" akzeptiert. ... Vom Träumen und vom Scheitern, von Sehnsucht und Wahn, von Fluchtversuchen ins Leben und in den Tod erzählen Dorst und Ehler in "Der schöne Ort" mit sensibler Beobachtungsgabe und lakonischem Ton. ..."

 

Ins Gästebuch trugen sich die beiden - Autor und Co-Autorin - so ein:

28.04.2005

Schön wars!

Tankred Dorst
+ Ursula Ehler

Detlef Altenbeck schrieb:

Eine fette Veranstaltung

© Fotos: Edmund Frey, 2005, alle Rechte vorbehalten

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