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Selim Özdogan

Die Lesung mit Selim Özdogan fällt aus dem Rahmen: Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Ernestinum und der Berufsoberschule Coburg konzipiert und organisiert (koordiniert von Stadtbücherei und Landesbibliothek).   

Selim Özdogan wurde 1971 geboren und lebt heute als freier Journalist in Köln. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein – Westfalen 1996 und dem Förderpreis zum Adalbert-von-Chamisso-Preis 1999. Veröffentlichungen (Auswahl): „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ (1995); „Nirgendwo & Hormone“ (1996); „Ein Spiel, das die Götter sich leisten“ (2002); „Die Tochter des Schmieds“ (2005).   

Die Veranstaltung im "Wartesaal" im Coburger Bahnhof war überfüllt mit vor allem jungen Besuchern. Die Stimmung: begeistert. Was wollen Veranstalter mehr erreichen?

Jochen Berger schrieb im Coburger Tageblatt vom 27. April 2005:

"Wer ist Selim Özdogan? Ein Schriftsteller mit Sinn für Buchtitel, die den Besucher einer Lesung noch auf dem Heimweg schmunzeln lassen ... Ein Autor, der in deutscher Sprache scheinbar so ausführlich wie einst Charles Bukowski darüber schreibt, dass das verkaterte Erwachen nach einer langen Nacht ... doch nur wieder in den Gedanken an das nächste Bier münden will ... Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Coburg liest" jedenfalls lädt Özdogan seine zahlreichen Zuhörer ein auf eine Reise durch sein beachtlich vielgestaltiges Werk. Sie wird für ihn selbst zu einer Wiederbegegnung mit einigen frühen Werken, die scheinbar nur wenig gemeinsam haben mit seinem jüngsten Roman "Die Tochter des Schmieds". Denn stilistisch scheint tatsächlich kaum ein Weg zu führen von jener Musik des Zufalls, die Özdogan in "Es ist so einsam im Sattel" erklingen lässt, bis zur leisen Poesie des Lebens in seinem jüngsten Roman. ... Der gemeinsame Nenner freilich ist die Faszination des geschriebenen und gesprochenen, des gereimten und ungereimten Wortes, die Özdogan beschwört und der er wohl selbst immer wieder erliegt.

Von Coburger Leistungskurs-Deutsch-Schülern engagiert organisiert und betreut, findet diese Lesung vor einem zahlreichen, in beachtlichem Maße jugendlich durchwirkten Publikum wohlwollende bis begeisterte Aufnahme - Huldigung an einen Autor, der die Irrfahrten des Lebens in verblüffend "geraden", aber gerade dadurch poetischen Worten literarisch Gestalt werden lässt."

Riccarda Fuchs kommt in der "Neuen Presse" vom 27. April zu dieser Erfahrung:

"Man erfärt von kotzenden Männern, Sex mit der Ex oder lernt einfach mit Weisheiten - wie "Achteinhalb Bier und der Tag gehört dir" - das, was wirklich elementar für diese Welt ist. ... Seine beruhigende, doch einprägsame Stimme lädt zu einem neuen Kapitel in seinem "schreiberischen Da-sein" ein: dem der "Tochter des Schmieds", in dem er etwas kritischer und nachdenklicher wirkt, was aber nicht bedeutet, dass er an Blumigkeit und Lebhaftigkeit verloren hat - ganz im Gegenteil. ..."

Selim schrieb an "Coburg liest!":

"Hallo Edmund,
vielen lieben Dank für die Fotos. Ich bin ja immer wieder erstaunt, weil
alles aus meinen Augen heraus doch anders aussieht.
Es war ein sehr schöner Abend für mich und ich danke für die Gelegenheit
vor so vielen Menschen gelesen haben zu dürfen.
Alles Gute, herzlich
Selim"

© Fotos: Edmund Frey 2005, alle Rechte vorbehalten

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