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Johann
Christoph Kohlhans (1604 – 1677)
zum
400. Geburtstag
Schulzeit
und erste Professur in Coburg
Johann
Christoph Kohlhans wurde am 16. Juli 1604 in Neustadt bei Coburg, dem damaligen
Neustadt auf der Haide, als Sohn des Schossers gleichen Namens und seiner
Ehefrau Elisabeth, der Tochter des Bürgermeisters Diel, geboren. Er besuchte ab
1620 das Gymnasium Casimirianum in Coburg und studierte ab 1625 in Jena, wo er
1627 den Magistergrad erlangte.
Als
erstes von ihm nachweisbares Werk erschien eine Disputation am Gymnasium unter
Vorsitz von Andreas Kesler:
Exercitatio
Natalitia Philosophiae Christianae ex nuncio Angelico Luc. 2 vers. 10.11. &
12. Occasione festi Nativitatis Dominicae... Coburg:
Forckel 1624.
Solche
Disputationen waren üblich als Abschluss der Gymnasialzeit.
1633
wurde Kohlhans als Professor für Mathematik und bald auch für die hebräische
Sprache an das Gymnasium Casimirianum berufen. Im Jahr darauf heiratete er
Susanna Golling, die Tochter des Hausmeisters am Gymnasium, und lebte mit ihr,
wie es Rektor Stempel in seiner Leichenpredigt (die nur in Ludovici, Gottfried:
Ehre des Hoch-Fürstlichen Casimiriani Academici in Coburg, oder desselben
vollständige Historie, Anderer Theil, Coburg 1729 - Mo A 108 - veröffentlicht
wurde), ausdrückte, 42 Jahre lang in kinderloser, doch glücklicher Ehe.
Noch
im Jahr 1633 fühlte sich Kohlhans, möglicherweise als eine Art Probe seiner
Gelehrsamkeit, veranlasst, eine „Poetische Beschreibung der Belagerung Coburgs
1632“ zu schreiben und in Druck zu geben:
Kohlhans,
Johann Christoph: Descriptio Poetica Obsidionis Coburgi, Civitatis Ac Totius
Terrae Coburgicae Spoliationis Exactionisque Hostilis, a die ante festum
Michaelis ad III. non. octobreis An. 1632 ... [Coburg] : Forckel 1633 (S V
3/1#29) (Diese Schrift wurde etwa 1940 von Eduard Schubart übersetzt
- Q 61,119#2.)
Als
Anhang fügte er zehn „fromme Seufzer“ in deutschen Versen bei, die er ins
Hebräische, Chaldäische, Syrische, Arabische, Griechische, Französische und
Lateinische übersetzt hatte.
Da
das Leben in dem mitten im Reich gelegenen und daher vom Dreißigjährigen Krieg
besonders betroffenen Coburg infolge von Soldatendurchzügen, Seuchen und
Hungersnöten sehr belastend war, nahm Kohlhans 1642 einen Ruf an das Göttinger
Gymnasium an. Wie bei den verschiedensten Gelegenheiten im 17. Jahrhundert üblich,
erschienen auch zu diesem Anlass gedruckte Schriften, von denen zwei erhalten
sind, wenn auch nicht in der Landesbibliothek Coburg:
Propemptica, Quibus Viro Clarissimo, Praestantissimo & multiiuga eruditionis supellectile instructissimo, Dn. M. Johanni Christophoro Kolhans … : Cum mense Augusto anni currentis MDCXLII. ad Professionem Linguae Graecae in Paedagogio Göttingensi, a celebri illius loci Republica legitime vocatus, omine auspicato discessum muturaret suum … precantur & optant Fautores, Collegae, Amici, & omnes, qui bene illi cupiunt. Coburg: Eyrich 1642 (VD17 23:283866D)
Zu
dieser Schrift trugen Kollegen, Freunde und Bekannte kurze Sprüche bei.
Kohlhans, Johann Christoph: Parodiae Scheinianae, Das ist, Teutsche Reymen, unter etlicher Waldlieder Johann Hermann Scheins Melodeyen und Noten gebracht : Solche auch, Als er seinen Abschied von den Coburgischen Musen genommen, sich nach Göttingen zu wenden
/ ... in Druck verfertiget Von M. Johann Christoph Kolhansen. Coburg: Eyrich 1642 (VD17 23:283871X)
Hier
verabschiedete sich Kohlhans selbst von seinen Kollegen, indem er Lieder auf
schon vorhandene Melodien dichtete. Eines der Abschiedslieder fand Eingang in
evangelische Gesangbücher:
Kohlhans,
Johann Christoph: Ach, wann wird ich dahin kommen… In: Coburgisches
Gesang-Buch : In welchem des Seligen
Herrn D. Martini Lutheri, und anderer Geistreichen und gelährten Männer
Schrifftmäßige Psalmen und Lieder, wie auch etliche Lateinische, und, in
hiesiger Kirche gebräuchliche Hymni und Collecten befindlich. Nebenst täglichen
Morgen- und Abend-Segen, sampt andern schönen Gebeten, für allerley Noth und
Stände der Christenheit. Zum Achten mal… gedruckt. Coburg:
Mönch 1660 (Mo 835)
Beziehungen
zur Coburger Gesellschaft ab 1652
1652
kehrte Kohlhans wieder nach Coburg zurück, wo er als Professor am Gymnasium
Casimirianum und als Rektor der Ratsschule wirkte. Seine Verbindungen innerhalb
Coburgs lassen sich aus den Beiträgen in Gelegenheitsschriften erkennen. So
hatte er schon 1634 anlässlich der Beerdigung des neunjährigen Johann Ludwig Möhring
ein Trostgedicht an die Eltern verfasst, das der Leichenpredigt von Georg Pfrüscher
beigedruckt wurde:
Pfrüscher, Georg: Christliche Leichpredigt. Ex Matth. c. 18.: Bey Leichbestattung Johannis Ludovici, Deß … Johann Möhrings … Glasers allhier zu Coburg eintzigen … Sohns und Schülers, Welcher den 9. Augusti Anno 1634. auff einem unversehenem Fall, sein junges Leben … frühezeitig … geendet, und folgenden Montag den 11. eiusd. … bestattet worden. Gehalten / durch Georgium Pfrüscherum, Cob. Ecclesiae patriae Diac. Senior. Coburg: Forckel, 1634 (Cas A 1444#26)
Zum
„Spirituale Itinerarium“, der Leichenpredigt für Dorothea Schmidt, steuerte
er 1658 ein Klaggedicht bei, in dem er sich in die Person Thomas Schmidts, der
kurz nacheinander die Frau und beide Töchter verloren hatte, hineinversetzte:
Hoffmann, Johann: Spirituale Itinerarium. Das ist: Ein geistliches Reis- und Wander-Büchlein Aus dieser irrdischen Zergängligkeit Hin in die ewige Seligkeit: eröffnet In einer Christlichen Leich-Predigt zu Coburg auf dem Gottes-Acker aus den Apostolischen Worten Ebr. 13. v. 14. … Bey … Leich-begängnis Der … Frauen Dorotheae, Des … Herrn Thomae Schmidts, der Kirchen zu Neuses … Pfarrers und Seelsorgers … HaußEhr, Welche den 9. Iunii dieses 1658. Jahrs … zu Neuses im Pfarr-Hauß dieser Welt gute Nacht gegeben, und den 11. vorgedachten Monats zu Coburg … beygesetzet worden ist / Durch Johannem Hoffmannum, Archi-Diaconum. Coburg : Münch, 1658 (Cas A 1762)
1661
gratulierte Kohlhans Michael Franck aus Schleusingen zur Krönung als
„kaiserlicher Poet“:
Franck,
Michael: Dancknehmige Empfahung der Kaiserlichen Poetischen Lorbeerkrone, Welche
Der große Rüstige Rist am 18. Tag des Mertz-Monats im Jahr 1659. hochgünstig
aufgesetzet Michael Francken von Schleusingen, Schul-Collegen zu Coburgk.
Coburg: Mönch, 1661 (Q IV 11/16#2)
Sicherlich
nicht aus privaten, sondern aus Gründen der Repräsentation verfasste er 1661
ein Gelegenheitsgedicht für den siebenjährigen Christian Herzog von
Sachsen-Altenburg:
Kohlhans,
Johann Christoph: Hodoeporicum pariter subiectissimum ac devotissimum, als seine
Hoch-Fürstl. Durchl. Hertzog Christian nach eingenommener Huldigung zu
Meinungen und Coburg wieder nach Altenburg zurück reisen wollten: 1. Oct.
1661. Coburg: Mönch, 1661 (Ludovici; KVK)
Der
Titel eines Weihnachtsspiels, das auch gedruckt worden sein soll, ist leider
auch nur durch Gottfried Ludovici überliefert:
Kohlhans,
Johann Christoph: Ein geistlicher Actus von der Empfängniß und Geburt unsers
Herrn und Heylandes Jesu Christi, zur Erweckung Christl. Andacht, und den
Kindern zur Freude, zu Coburg vor dem Christ-Tag, bey Nacht in den Häusern völlig
oder Stückweiß zu spielen. Coburg, 1658
Weitere
Beiträge von Kohlhans sind in Schriften für folgende Personen enthalten (nach
VD 17):
Leichenpredigten für
-
Johann Moritz Kohlhans, Theologiestudent aus Neuhaus (1622)
-
Georg Pfrüscher, Diakon in Coburg (1653)
-
Volkmar Gunther Förster, Sohn des Carl Gunther Förster, Coburg (1654)
-
Nicolaus Hoffmann, Konrektor der Ratsschule Coburg (1654)
-
Abraham Dietrich von Thumbshirn, Coburg (1654)
-
Johann Seelmann, Archidiakon in Coburg (1657)
-
Ursula Rosina Volimhausen, Ehefrau des Nicolaus Volimhausen, Coburg
(1658)
-
Andreas Körner, Bürgermeister zu Coburg (1660)
-
Christina Praetorius, Witwe des Friedrich Praetorius, vorher verheiratet
mit Benedikt Carpzov, Coburg (1661)
-
Dorothea Sabina Förster, Ehefrau des Johann Georg Förster, Coburg
(1662)
-
Martin Riedel, Ratsherr zu Coburg (1663)
-
Elisabeth Güntzel, Ehefrau des Christoph Güntzel, Coburg (1664)
-
Tobias Seifart, Theologe in Coburg (1665)
-
Heinrich Baumann, Theologe in Coburg (1669)
-
Johann Nicolaus Hanwacker, Hof- und Justizrat in Coburg (1673)
-
Johann Scharff, Archidiakon in Coburg (1676)
Die
freudigen Anlässe waren dünner gesät. So gratulierte Kohlhans
-
1624 Johann Matthäus Meyfart zur Promotion in Jena
-
1651 Johann Jakob Specht zur Promotion in Helmstädt (die Gratulation kam
aus Göttingen) und
-
1662 Georg Gravius und Anna Dorothea Ziegenspeck aus Römhild zur
Hochzeit
Weitere
Beiträge finden sich
-
im „Speculum Astronomologicum“ des Georg Andreas Fabricius (Goslar,
1642)
-
in der Coburger Disputation des Joachim Rau unter Vorsitz von Johann
Christian Frommann (1664)
Beiträge
zur griechischen und hebräischen Sprache
Nachdem
Kohlhans schon als Schüler 1625 für eine hebräische Rede und die dort beigefügten
chaldäischen Verse von Johann Matthäus Meyfart gelobt worden war, zeigte sich
seine Sprachbegabung darin, dass er eine kürzere und leichtere Methode entwarf,
die griechische und die hebräische Sprache zu lernen. Damit setzte er sich in
Gegensatz zu seinem Kollegen Spindler, soll aber auch etlichen Schülern sehr
geholfen haben. Die Methode wird erläutert in
Kohlhans,
Johann Christoph: Isagoge In Linguam Graecam. Sive Grammatica Graeca graece
conscripta... Coburg: Eyrich, 1653 (Cas A 1164)
Schon
1638 hatte sich Kohlhans in einer Rede als Professor mit den diakritischen
Zeichen der hebräischen Sprache beschäftigt (Sententia de novitate punctorum
et accentuum apud Hebraeos) und dabei die Meinung von Louis Cappel vertreten.
Mit solchen Fragen beschäftigten sich die Theologen damals durchaus mit großem
Eifer. Als dann ab 1674 im Gymnasium monatlich von den Professoren der Reihe
nach eine öffentliche Disputation gehalten werden sollte, griff Kohlhans auf
sein damaliges Thema über die „Neuheit der Punkte“ zurück und nahm sich
vor, Cappel gegen Johann Buxtorf in Schutz zu nehmen. Dies erregte Aufsehen, da
inzwischen der Streit zu diesem Thema zwischen zwei weiteren Vertretern der
jeweiligen Richtungen, Conring und Wasmuth, so weit eskaliert war, dass man im
Begriff stand, einander wegen Beleidigung vor Gericht zu zerren. In Coburg gab
es für Kohlhans starken Widerspruch von seinem ehemaligen Schüler Wölfing,
der inzwischen dem Paedagogium (der Eingangsstufe des Gymnasiums) vorstand, und
dem Rektor Stempel.
Schriftlich
fand der Streit seinen Niederschlag in folgenden Werken:
Johannis Christophori Kolhansi[i] M. Exercitationes Glotticae. Sive Tractatus : continens Poëticam Hebraeam: Observationes varias in Psalmum CXIX. Controversiam de V. T. Punctorum Hebraicorum Origine: item Observationes de Nomine Dei Tetragrammato: de Scheva & Vocalibus Hatephatis: de V. T. Germanica Lutheri Versione: de Novi Testamenti Hellenistica Lingua ; Quibus De Studio Linguarum brevis accessit Appendix. Coburg: Selbstverlag (Druck: Mönch), 1675 (Cas A 2434#3)
Wölffing,
Johann: Exercitatio Hebraeo-Philologica, De Consonantium, Vocalium Et Accentuum
Antiqvitate: In Gymnasio Coburgensi publice instituta / Praeside M. Johanne
Wolffingio... Respondente
Johanne Valentino Heim... Die
XV. Maji... Coburg:
Mönch, 1675 (Cas A 2434#4)
Kohlhans, Johann Christoph: Vindicatio Kolhansiana, contra Anticappellianum Disputatorem Coburgensem: Quam, statim eiusdem Autoris tractatum de V.T. punctorum hebraicorum origine, insecutam. Coburg: Mönch, 1675 (S V 5/1#14)
Wölffing,
Johann: Exercitatio Anticapelliana: in Ill. Gymnasio
Coburgensi publicitus instituta / Praeside M. Joh. Wolffingio...
Respondente Joh. Georgio
Seidenbecher... Die II. Octobris...
Coburg: Mönch, 1675 (Cas A 2434#6)
Wölffing,
Johann: [...] Onoma
Tetragramaton... [...] / publice propositum a M. Joh. Wolffing... Respondente
Jeremia Michaele Rosnero... Ad
Diem IX. Julii... Coburg: Mönch, 1676 (Cas A 2434#7)
Kohlhans, Johann Christoph: Grammatica Hebraea literis hebraicis, punctis absentibus, expressa: Bibliis non-punctatis inserviens, & pueris inculcanda, & aetate provectiorum studiis properanda aptata; cum Vocabulario, Phrasiologia, & Syntaxi, biblicum libellum Ruth repraesentantibus: Hebraica punctis destituta docendi & discendi Methodo parata / In lucem prodiit Coburgi, Autore M. Johanne Christophoro Kolhansio, ibidem in Illustr. Gymnasio Professore P. & Sch. Senat. Rect. [Coburg] : Mönch, 1676 [erschienen] 1677; Vort.: [...] Hebreischer Trichter ohne Punct. – (Datierung des Erscheinungsjahres nach dem Jahr der Widmung; hebräischer Text liegt mit hebräischer Seitenzählung (umgedrehte Reihenfolge) vor.) Enthält: Ad Scriptum die 5. Maji, anno instante, contra Vindicationem Kolhansianam editum, Responsio... (Cas A 1152)
Kometenbeobachtungen
Als
1664 und 1665 der Komet, den die Wissenschaft später „Hevelius“ nannte, am
Himmel erschien, befasste sich auch Kohlhans damit:
Kohlhans,
Johann Christoph: Cometa Generalis cum Speciali: oder Cometen-König, welcher im
1664. und 1665. Jahr am Him[m]el erschienen, und sich prächtig hat sehen lassen
; sambt dem darauf im 1665. Jahr folgenden Cometen ... /
[aufgesetzet ... und hernacher wolmeinend an den Tag gegeben durch Johann
Christoph Kohlhansen] Coburg: Selbstverl.,
1665 (Cas A 1479 – zugehöriger Holzschnitt aufgeschlagen; Titelblatt: Cas A
614#4)
Ein
weiterer Titel in demselben Band beschäftigt sich mit dem Kometen, der 1618 von
Coburg aus zu sehen war:
Schön,
Michael: Kurtzer Bericht von Cometen, was eigentlich ihre Natur und Bedeutung
sey: uff den jetzigen Anno 1618. im Novembri und Decembri erschienen, mit
wenigen applicirt und gezogen / Durch Michaëlem Schön. Coburg: Bertsch, 1619
(Cas A 614#5)
Auch
dazu gab es weitere Berichte, zum Beispiel:
Nagel,
Paul: Stellae Prodigiosae Seu Cometae per oculum triplicem observatio &
explicatio. Das
ist: Des newen Cometen vnd WunderSterns im October, November vnd December 1618.
erschienen, warhafftige Deutung vnd Außlegung per Magiam insignem ... / Durch
M. Paulvm Nagelivm L. M. Tehologum vnd Astronomum, &c. [S.l.], Selbstverl.,
1619 (Cas A 1176#9)
Teilweise
konnte man dem Titelholzschnitt schon die Deutung des Verfassers entnehmen:
Herlitz,
David: Kurtzer Discurs vom Cometen, unnd dreyen Sonnen, so am Ende des 1618.
Jahrs erschienen sind, wie auch von der künfftigen Conjunction oder
Zusammenkunfft aller Planeten im Krebß, Anno 1622, und sonderlich hernach im
Lewen, Anno 1623: darauff böse trawrige und schreckliche Enderungen und
Verwirrungen erfolgen werden / durch Davidem Herlicium, trewlich und wolmeinendt
gestellet.Stettin: Landtrachtinger, 1619 (Cas A 1176#8)
Zu
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Halleysche Komet von Coburg aus
beobachtet:
Bertsch,
Balthasar: Kurtze Beschreibung Des Cometen Anni 1607: Darinne fürnemlich, die
Vrsachen, der Stand, der Lauff, die Höhe, die Größ, die Wehrung, vnd die
Wirckung oder Bedutung desselben erkläret werden ... / Durch M. Balthasar
Bertschen von Koburg ... Coburg: Bertsch, 1607 (Cas A 1009#4)
Im
späteren 17. Jahrhundert erschienen besonders viele Veröffentlichungen zum
Kometen des Jahres 1680:
Hagen,
Joachim Heinrich: Joachim Heinrich Hagens, Eloqv. Poes.
Et Mathes. Prof.
Publ. Bemerkung, der jüngsten grossen Comet-Erscheinungen... Bayreuth: Gebhard,
1681 (Sche 533#16)
Ihren
Niederschlag fanden diese Beobachtungen vor allem auch in Einblattdrucken:
Abbildung
und Beschreibung deß wunderwürdigen unvergleichlichen Cometen: Der erstmals zu
Anfang deß Wintermonats vor Aufgang der Sonnen erschienen, und anjetzt nach
derselben Untergang sich entsetzlich sehen lässet. Nürnberg: Schollenberger,
1680 (Sche 533#19)
Manche
davon ließen sich zu sehr gewagten Deutungen hinreißen:
Im
Monah Decembris dieses zu endlaufenden 1680ten Iahrs, wurde von gewieser hand
aus Rom berichtet, dass daselbst ein Hun ein Ey gelegt, worauff der annoch am
Him[m]el stehende Comet gar Natürlich abgebildet war, wie in dieser figur
zusehen ist, [S.l., 1680] (Sche 533#20)
In
Nürnberg entstand der „Gründliche und wahrhaftige Bericht“, dessen
Titelholzschnitt für diese Ausstellung das Plakat geliefert hat:
Wagner,
Johann Christoph: Gründlicher und warhaffter Bericht von dem Ursprung der
Kometen, derselben Natur, Gestalt, Zeit, Farb, Grösse, und Lauff, nebenst
andern darzugehörigen Umbständen, was für Würckungen muthmaßlich ihnen
zuzuschreiben, deßgleichen auch, ob man vorhero wissen könne, wann ein Komet
entstehen werde: Aus Anlaß deß gegenwärtigen schröcklichen Komet-Sterns,
Welcher in dem November, und ietzund den 26. Dcemeber[!] deß 1680. Jahrs sich
widerumb sehen lässet / An den Tag gegeben durch Johann Christoph Wagner,
Noribergens. Augsburg: Koppmayer, 1681 (Sche 533#21)
Ein
letzter Bericht führt uns zurück ins Jahr 1665:
Weigel,
Erhard: Speculum terrae, das ist, Erd-Spiegel : Darinnen der ErdCreiß Nach
seinen Eigenschafften an Land und Wasser, Nach denen Völckern und Einwohnern
seiner Länder, nach der Figur und Grösse seines Cörpers, nach der Länge und
Breite seiner Fläche, nach der Lage seiner Theile, so wohl gegen einander und
in gewissen Gegenden, als unter denen Sternen in gewissen Zonen und Climen,
sampt andern Geographischen Anmerckungen abgebildet, und zugleich der
helleuchtende neue Comet welcher im Mertz und April des 1665sten Jahrs
erschienen, ausführlich beschrieben wird. Jena: Götze (Krebs), 1665 (Cas A
1625)
Schriften
zur Mathematik und Physik
Ab
den 1660er Jahren erschienen Kohlhans‘ Schriften zur Mathematik und Physik:
Kohlhans,
Johann Christoph: Admiranda optica et in opticam isagoge M. Joh. Christ.
Kohlhansis collectione. Coburg: 1660 (LB Coburg: alter Verlust)
Kohlhans,
Johann Christoph: Vortrab und Entwurff eines neuen optischen Schau-Platzes:
Welcher in kürtzem, geliebts Gott, durch den Druck eröffnet, auch wircklich
folgen soll... Coburg:
Mönch 1662 (Cas A 2458#30)
Kohlhans, Johann Christoph: Tractatus Opticus, Qui res quam plurimas, utiles, iucundas, ludicras & admirandas, naturaliter sistere docet: nec non Vitra, Specula, Tubosque opticos parandi & conficiendi rationes describit ... / Auctore M. Johanne Christophoro Kolhansio, Gymnas. Coburg. ... Rectore. Accessit, ab ingeniosis cognitionisque rerum avidis inventorum, & a non invidis detectorum, centum optices Arcanorum, congestio. Leipzig: Lanckisch ; Leipzig: Hahn, 1663 (Ta 545)
Kohlhans,
Johann Christoph: Continuation Der Entwerffung eines Optischen Schauplatzs...
Coburg: Mönch 1672. Beigefügt: Appendix Von dem Cometen Welcher Im Mertzen
dieses 1672. Jahrs gegen Nord-West gesehen worden... (Cas
A 2458#30a)
Kohlhans,
Johann Christoph: Neu-erfundene Mathematische und Optische Curiositäten:
bestehend So wohl in einem sattsamen Unterricht zum Feldmessen und itzt üblichen
Fortification ... Als auch in einer gantz neuen und bewährten Art, allerhand
ohne Rechnung ... durch ein kleines Instrument genau und künstlich zu messen;
Und dann in beygefügten unterschiedlichen Optischen Raritäten, auch andern zu
Perspectiven und so genandter finstern Kammer gehörigen merckwürdigen
Sachen... Leipzig: Lanckisch, 1677 (Cas A 464)
Nach
diesem letzten Werk folgte, wie Stempel schreibt, „der Kampf mit Krankheit und
Tod“. Am 9. September 1677 verstarb Johann Christoph Kohlhans. Rektor Stempel
lud, der Sitte der Zeit folgend, die Studenten des Gymnasiums ein, sich
zahlreich zum Leichenbegängnis am 14. September auf dem Salvatorfriedhof
einzufinden.
Ausstellung
und Katalog: Isolde Kalter
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