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Ausstellung: „Seien Sie doch vernünftig!": Frauen der Coburger Geschichte. 10. März bis 20. September 2008, Andromedasaal.
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten
der Landesbibliothek besucht werden. Der Eintritt ist frei. Jeden Samstag gibt
es von 11-12 Uhr eine Führung durch die Ausstellung. Auch diese Führung ist
kostenlos. Die Führungen finden auch während der Osterferien statt.

Im überfüllten Silbersaal der Landesbibliothek Coburg wurde am 10. März 2008 die neue Ausstellung "Seien Sie doch vernünftig!": Frauen der Coburger Geschichte eröffnet. Gleichzeitig wurde das gleichnamige Buch vorgestellt. (Herausgegeben von Gaby Franger, Edmund Frey und Brigitte Maisch;erschienen im Verlag der Initiative Stadtmuseum Coburg e. V 2008. ISBN 978-3-9808006-9-3; Preis. 19,90 €) Die Grußworte sprachen Petra Platzgummer-Martin, Regierungsvizepräsidentin von Oberfranken und Albrecht Tauer, Leiter der Kulturabteilung der Stadt Coburg, in Vertretung von Bürgermeister Norbert Tessmer. Edmund Frey stellte die von ihm konzipierte Ausstellung vor, die auf der Grundlage des Buches entstand. Brigitte Maisch erläuterte das Entstehen des Buchprojektes.
„Frauen“ waren im Laufe der Geschichte keine homogene Gruppe. Sie waren und sind Teil sowohl der gesellschaftlich bestimmenden Klassen und Schichten wie des Adels und des Bürgertums, als auch der sozial benachteiligten Gruppen.
Vorgestellt werden in der Ausstellung: Richeza Königin von
Polen, Schenkerin; Katharina von Henneberg, Herrin von Coburg; Beginen in
Coburg; Argula von Grumbach, Reformatorin; Margareta Ramhold, wg. Hexerei
verbrannt; Frauen im Dreißigjährigen Krieg; Anna Katharina Schreyer, wg.
Kindermord mit dem Schwert hingerichtet; Charlotta Maria Bagge und andere
„schreibende Frauen“; Luise Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Pauline Panam
und andere Herzoginnen und Mätressen; der Coburger Frauenverein; Caroline
Stößel, Lehrerin; Anna Bernhardine Eckstein, Vorkämpferin für den Weltfrieden;
Emilie Arnold, Designerin und neunfache Mutter; Arbeiterinnen; Dorle
Reukauf-Jacob, Scherenschnittkünstlerin; Brigitte Zapf, Marie-Luise Müller und
Ellas Bähring, die ihre Mädchenjahre „unter dem Hakenkreuz“ in Coburg
verbrachten; Anne Forchheimer und Elsa Sachs, die aus Coburg vertrieben wurden;
Meta Bottke, Leiterin der Schloss Hohenfels von 1934-1944; Gertrud Bauer,
Alexandra Prinzessin von Hohenlohe-Langenburg und Marie Riechers,
Teilnehmerinnen an Kursen der Reichsschule in Coburg; Frauen vor dem
Erbgesundheitsgericht in Coburg; Éva Jenöné Kovács und Györgyné Barnai,
Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn bei Siemens in Neustadt bei Coburg; Margarethe
Auernhammer und Emmy Bechmann, zwei NS-Aktivistinnen vor der Spruchkammer; Eva
Spann und ihre Familie, die in der Region Coburg eine neue Heimat fand; Erna
Lendvai-Dircksen, prominente NS-Fotografin („Das Deutsche Volksgesicht“), die
nach Coburg flüchtete; Ida Schleicher, Waldarbeiterin und Wohltäterin Bad
Rodachs; Frauen, die Sport treiben; Frauen aus Wüstenahorn.
Die Ausstellung wurde parallel zu einem Buchprojekt mit dem gleichen Titel
entwickelt. Dieses Buch, das im Verlag der Initiative Stadtmuseum Coburg e. V.
erschienen ist (ISBN 978-3-9808006-9-3; Preis. 19,90 €), wird herausgegeben von
Gaby Franger, Edmund Frey und Brigitte Maisch. Mit dem Buch „Seien Sie doch
vernünftig!“ wird zum ersten Mal für die Region Coburg umfassend versucht,
anhand von Porträts und Miniaturen von Frauen der Coburger Geschichte vom 11.
bis ins späte 20. Jahrhundert deren Lebensumstände wie auch die Entwicklung der
jeweiligen „Frauenbilder“, des Selbstverständnisses, des Verhaltens und der
Rollenzuschreibungen darzustellen. Daher werden auch verschiedene Aspekte einer
Sozialgeschichte von Frauen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven und
Konzepten der beteiligten Autorinnen und Autoren bearbeitet. Diese Publikation
erhebt nicht den Anspruch einer systematischen „Coburger Frauengeschichte“; sie
zeigt exemplarisch „Frauenalltag“ vom Mittelalter bis zur Gegenwart von Frauen
sehr unterschiedlicher Herkunft.
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