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- Neue Ausstellung im Vorsaal: "Warum denn in die Ferne schweifen? Was Menschen reisen ließ." 6. August bis 27. September 2008. Eintritt frei. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der kostenlos in der Landesbibliothek erhältlich ist bzw. im PDF-Format über diesen LINK heruntergeladen werden kann: LINK

Der so genannte "Turm der Winde"
in Athen.
Aus: Reith, Bernhard von: Reise nach Sicilien und Athen, den Inseln des
Archipelagus, Smyrna, Konstantinopel und den Küsten von Afrika ; mit Kupfern.
Leipzig 1798.
Die Motive, warum Menschen ihren Wohnort verließen, um für kürzere oder längere
Zeit oder gar für immer zu verreisen, sind vielfältig:
Michel de Montaigne erhoffte die Wiederherstellung seiner Gesundheit auf einer
Bäderreise durch die Schweiz, Deutschland und Italien. Goethe und Herder waren
auf der Flucht vor den höfischen Zwängen in Weimar und suchten ihr „Arkadien auf
Zeit“ in Italien. Friedrich Gerstäcker beschreibt Auswanderer auf der Suche nach
einem Ort, wo es ihnen wirtschaftlich besser ging als zu Hause in Deutschland.
Forschungsreisende wie James Cook oder Carsten Niebuhr wollten neue unbekannte
Welten vermessen und beschreiben. Erzherzog Maximilian, der spätere Kaiser von
Mexiko, war auf „Ferien-Ausflug“ in Griechenland. Joachim Heinrich Campe wollte
die Umwälzungen durch die Französische Revolution als Augenzeuge miterleben.
Ob die Reisenden mit ihren so verschiedenen Reisegründen gefunden hatten, was
sie erhofft hatten? Goethe, der mit der Kutsche nach Italien fuhr, fand in Rom
in der geistigen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken der Antike „sich selbst
… Als Künstler!“ Und Seume, der zu Fuß seinen Spaziergang nach Syrakus auf
Sizilien unternahm, hat sich eine „Lieblingsträumerei“ erfüllt. Das ist nicht
wenig, und wenn man sich Goethes Erfahrung im „Römischen Carneval“ zu eigen
macht - „Vielmehr wünschen wir, dass jeder mit uns, da das Leben im ganzen, wie
das Römische Karneval, unübersehlich, ungenießbar, ja bedenklich bleibt, durch
diese unbekümmerte Maskengesellschaft an die Wichtigkeit jedes augenblicklichen,
oft gering scheinenden Lebensgenusses erinnert werden möge.“ – dann könnte man
viele Reisen, aus welchen Motiven auch immer diese angetreten wurden, als
gelungen bezeichnen.
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