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Ausstellung: Elisabeth von Thüringen
(7. Juli 1207- 17. November 1231) - die Darstellung der frommen Landgräfin in der Spalatinchronik.
Aus Anlass des 800. Geburtstages präsentiert von der Landesbibliothek Coburg
Termin: 9. Juli bis 14. September 2007. Vorläufig verlängert!
Vor 800 Jahren, am 7.7.1207 wurde Elisabeth von Thüringen geboren. Sie war die Tochter des Königs Andreas von Ungarn und seiner Frau Gertrud aus dem auch im Oberfränkischen begüterten Haus Andechs-Meranien. Bereits als Kind wurde Elisabeth mit dem Sohn des Thüringer Landgrafen verlobt und daher auf der Wartburg erzogen. Ihrer in den Chroniken als glücklich beschriebenen Ehe mit Landgraf Ludwig IV. war nur eine kurze Dauer beschieden. Wohl noch während ihrer Ehe unterwarf sich Elisabeth, fasziniert vom Armutsideal des Franz von Assisi, der strengen Führung ihres Beichtvaters Konrad von Marburg und brach mit den Konventionen des höfischen Lebens. Nach zahlreichen Schicksalsschlägen starb sie bereits mit 24 Jahren in Marburg. Nur wenige Jahre nach ihrem Tod wurde sie heiliggesprochen. Zahlreiche Legenden ranken sich um sie und um ihren auf einem Kreuzzug verstorbenen, später ebenfalls heiliggesprochenen Ehemann. Für das dynastische Selbstverständnis der späteren Thüringer Landgrafen aus dem Haus Wettin waren Ludwig und Elisabeth gleichermaßen wichtig. Zur volkstümlichen Heiligen wurde allerdings nur Elisabeth.
Aus Anlass des Elisabethjahres 2007 zeigt die Landesbibliothek die Darstellung des Lebens der frommen Landgräfin in der „Chronik der Sachsen und Thüringer“ von Georg Spalatin. Die Ausstellung im Vorsaal kann zu den Öffnungszeiten der Landesbibliothek besucht werden (Montag-Donnerstag: 10-17 Uhr; Freitag und Samstag: 10-13 Uhr. Während der Schulferien: Montag-Freitag: 10-13 Uhr).

Aus der Spalatinchronik (Ms Cas 11; 56r): Elisabeth
bei der Armenfürsorge in Eisenach
Zu der Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen, das kostenlos in der Landesbibliothek Coburg zu erhalten ist. Die Texte des Begleitheftes im PDF-Format können über diesen Link heruntergeladen werden: Elisabeth.
Im Elisabethjahr 2007 ist in
Eisenach, auf der Wartburg und in der Predigerkirche, vom 07.07. bis 19.11.2007
die große Jubiläumsausstellung „Elisabeth von Thüringen – eine europäische
Heilige“ zu sehen. Dazu steuert die Landesbibliothek Coburg ein bedeutendes
Exponat bei. In Eisenach wird die aus dem Kloster Reinhardsbrunn stammende
Sammelhandschrift Ms Cas 102 gezeigt. Darin sind versammelt das „Leben des
Landgrafen Ludwig IV., des Heiligen, von Thüringen“, übersetzt von Friedrich
Köditz von Saalfeld, das „Leben der heiligen Elisabeth“
von Johannes Rothe, Berichte
über Wundertaten Ludwigs sowie ein weiteres Heiligenleben. Die große Bedeutung
der auf Pergament geschriebenen, in einen Holz- Schweinsledereinband mit
Streicheisenverzierungen und Blindstempeln sowie Messingbeschlägen, -leisten
und –buckeln versehenen Handschrift liegt in ihrer Herkunft. Das Kloster
Reinhardsbrunn war die Grablege der Landgrafen von Thüringen. Ludwig der
Heilige wurde dort bestattet. Von seinem Leichenzug von Otranto über Bamberg, wo Elisabeth
seine Gebeine in Empfang nahm, bis nach Reinhardsbrunn
wird in der Überlieferung ausgiebig berichtet. Das zeigt deutlich, dass
der Ludwigs- und mit ihm der Elisabeth-Kult unter anderem von Reinhardsbrunn
ausging und der Coburger Handschrift dabei eine wichtige Rolle zukommt. Deswegen
und weil sie zu den ältesten Handschriften des Elisabeth-Lebens von Johannes
Rothe gehört, wurde sie zur maßgeblichen Grundlage einer erst vor zwei Jahren
erschienen Neuausgabe dieser historischen Elisabethbiografie.
Auch das evangelische Coburg
verbindet einiges mit der heiligen Elisabeth. Zweimal, bei ihrer Flucht von der
Wartburg zu ihrem Onkel, dem Bamberger Bischof, und bei ihrer Rückkehr im
Gefolge des Trauerzuges, wird sie mehr oder weniger nahe an Coburg
vorbeigekommen sein. Vor allem aber brachten ihr und ihrem Gemahl auch die späteren
Thüringer Landgrafen und Kurfürsten bzw. Herzöge von Sachsen aus dem Haus
Wettin eine hohe Verehrung entgegen; sogar
im 16. Jahrhundert, als die Wettiner der Reformation zur Durchsetzung
verhalfen. Bei den Coburger Herzögen Ernst I. und Herzog Ernst II. ist
dieses Traditionsbewusstsein durchaus noch erkennbar. Ernst I. ließ in
Reinhardsbrunn ein neugotisches Schloss nebst Landschaftspark errichten, Ernst
II. eine neoromanische Kapelle hinzufügen. Die besondere historische Bedeutung
des Ortes und der Rückgriff auf mittelalterliche Baustile sprechen ebenso für
das bewusste Anknüpfen an mittelalterliche Traditionen wie das bezeugte
Interesse Ernst II. am damaligen Reich und damit wohl auch an seinen Vorfahren
im Herrscheramt. Wie Landgraf Ludwig IV., dem Heiligen, von Thüringen, dem
Gemahl der heiligen Elisabeth, wurde
auch Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha vor seiner Bestattung in
Coburg eine prachtvolle Trauerfeier in Reinhardsbrunn (24./25.08.1893) zu Teil,
sicher weit mehr als bloßer Zufall.
Zu Ende des Jahres 2007 wird es in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft einen Abend im Andromeda-Saal über Elisabeth von Thüringen geben, bei dem die aus Eisenach zurückgekehrte Handschrift Ms Cas 102 zugänglich sein wird (Termin wird noch bekannt gegeben).
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