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Coburg aus dem "Dintenfas":

Dichter auf Durchreise: 
Von Friedrich Nicolai bis Theodor Fontane:

"COBURGUM EST CENTRUM TOTIUS GERMANIAE"

Nicht einmal die hartnäckigsten der hartnäckigen "Lokalpatrioten" würden heute noch behaupten: "Coburg ist der Mittelpunkt Deutschlands." Auf der Karte von Sebastian Münster (1525) wurde der Ort erstmals zum geografischen Zentrum Deutschlands erklärt. Selbst Johann Matthäus Meyfart, Professor und Rektor am Casimirianum, schrieb seinen Schülern solche Sätze ins Lehrbuch. Ausschlaggebend für jene Behauptung waren jedoch kartografische Gründe und nicht übersteigerte "Heimatliebe".

Über die literarischen Besucher Coburgs aus der Zeit vor der Reformation liegen keine Informationen vor. Deutlichere Spuren hat dagegen die Reformation hinterlassen; doch erst mit der Zeit der Aufklärung - also im Zeitalter des Reisens - ändert sich die Quellenlage.

Friedrich Nicolai (1733-1811):

Der Berliner Schriftsteller und Verleger unternahm gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine ausgedehnte Reise, während der er eine Bestandsaufnahme geografischer, demografischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten erstellte. Das Ergebnis seiner Recherchen ist die vielbändige "Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781". Sie enthält, neben statistischen Angaben, auch eingehende Beobachtungen zur politischen Situation einer Stadt, zu ihrem Bildungswesen und zu ihrem "Menschenschlag".

Diese Reise, auf der ihn einer seiner Söhne begleitete, wurde von Nicolai exakt anhand von bisherigen schriftlichen Quellen vorbereitet. In seinem Vorwort erläutert er ausführlich, worauf ein künftiger Reisender zu achten habe. Besondere Sorgfalt widmet er der Wahl des richtigen Transportmittels: eine Kutsche, die nach seinen Vorgaben eigens für ihn in Berlin gebaut wurde. Auch die Suche nach einem Schreibwerkzeug, das sauberes Schreiben in einer schaukelnden Kutsche und bei schwachem Licht erlaubte, führte Nicolai zu einer eigenen Entwicklung: einer tragbaren Schreibfeder mit "Dinte".

Nicolai hatte sich ein "Riesenpensum" an Arbeit und Untersuchungen vorgenommen, das er während seines nur knapp eineinhalbtägigen Aufenthaltes in Coburg erledigte. Er nahm in örtliche "Kirchenlisten" Einsicht und sammelte Daten aus Einwohner-, Geburts- und Sterberegistern. Dabei stellte er eine hohe Mortalität fest, was ihm zu der Ermahnung an die "Regenten" Anlass gab, sie möchten doch auf den "größten Schatz, den sie haben, auf ihre Unterthanen, auf derselben Anzahl, Verminderung, Vermehrung, Nahrung, Wohlstand und Mangel, unmittelbar noch mehr ihre Augen richten". Als Abhilfe für die auffällige Kindersterblichkeit riet er zur Verbesserung der Ernährung und der medizinischen Betreuung - Vorschläge, die seiner Überzeugung nach "eines koburgischen Patrioten wohl würdig sind."

Daneben fand er Zeit, seinen Briefpartner Moritz August von Thümmel zu sehen und dessen "Marbelmühle" zu besichtigen. Er traf Coburger Gelehrte zu gemeinsamen physikalischen Experimenten und geistreichen Gesprächen beim guten Essen und Trinken und er besichtigte die vorhandenen Bibliotheken, den Riesensaal der Ehrenburg und sprach mit dem Erbprinzen. Getreu seiner aufgeklärten Überzeugung:

"Viele Reisende verweilen zwey oder drey Stunden in einer Sammlung von alten Waffen, von bunten Schneckenhäusern, oder von rostigen Münzen [...] - Für mich war jede Gesellschaft von Menschen, die merkwürdige Charaktere, ausgezeichnete Gemüthsgaben hatten, ein Kabinet, das alle Sammlungen todter Merkwürdigkeiten übertraf, und worinn ich an allen Orten, so lange ich konnte, allezeit mit Vergnügen und mehrentheils mit Nutzen verweilt habe."

Nicolai und Goethe übernachteten im "Schwan" in der Spitalgasse. Aquarell von Jacob Lindner. Stadtarchiv Coburg, K 1/154.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832):

Goethe, dessen Vater Schüler des Casimirianums war, besuchte Coburg vom 13.-15. Mai 1782 in dienstlichem Auftrag. Er sollte bei der Neubesetzung von zwei Theologie-Lehrstühlen in Jena als Vermittler agieren. Daneben war es eine passende Gelegenheit sich in höfischen Kreisen als der neue Gesandte des Weimarer Herzogs zu profilieren. Über die Erfahrungen, die Goethe auf dem diplomatischen Parkett machte, erfahren wir einiges aus seinen Briefen. Am 14. Mai schreibt er an seine Geliebte, Frau von Stein, aus Coburg: "Es ist gar artig eine Reihe Phisiognomien von Städten und Höfen zu sehn, ieder Hof hat einen dezidirten eignen Charackter der sich von oben herein bildet. Ich verspreche dir eine Reihe Schilderungen die dir gefallen sollen."

Überliefert sind diese Schilderungen nicht. Goethe traf seinen berühmten "Dichterkollegen" Moritz August von Thümmel nicht nur dienstlich, sondern auch privat. Auch er begleitete Thümmel auf dessen Mühle. In Goethes Worten: "Die Aussicht von der Vestung ist sehr schön und ich habe einen angenehmen Morgen gehabt, es wird mit Gewalt grün, und des armen Menschen Freude, wenn wieder einmal etwas iung wird, ist gar gros, weil er doch selbst immer altert. Heute fahren wir noch auf eine Marmel-Mühle von Thümmeln, was das sey erfährst du weitläufig wenn ich komme. Adieu, ich muss schliesen. Morgen früh geh ich von hier weg."

Thümmel begleitete Goethe noch ein Stück des Weges bis Limbach. Dort tafelten sie und sahen ein Theaterstück, das von Mitarbeitern der dortigen Glasfabrik aufgeführt wurde. An diesen Tag erinnert sich Thümmel mehr als zwölf Jahre später in einem Brief an Goethe, in dem er sich für die Übersendung des ersten Teils des Romans "Wilhelm Meisters Lehrjahre" (1795) bedankt. In diesem Roman findet sich eine Szene, die offenbar direkt auf das Reiseerlebnis in Limbach (unter dem fiktiven Namen Hochdorf) Bezug nimmt.

Goethe war noch einmal in Coburg, wenn auch nur auf der Durchreise: auf der Hinfahrt nach Venedig. Im Tagebuch hält er am 14. März 1790 fest: "d. früh von Judenbach auf Coburg Morgenröthe Wolckenstreifen, der Himmel umzog sich und vom Land nach dem Gebirg fing es an zu schneyen." Goethe lässt keine Gelegenheit für Wolkenstudien aus; auch die Geologie kommt nicht zu kurz: "von Judenbach hinunter wieder Sandstein und aufgelöster Sand bis Koburg." Und gut gedüngtes Erdreich findet der Reisende vor - das "beste nach dem Itzgrunde zu."


Johann Carl August Musäus (1735-1787):

Der als Verfasser der "Volksmärchen der Deutschen" (1782-86) bekannte Autor war literaturkritischer Mitarbeiter von Nicolais "Allgemeiner deutscher Bibliothek" und rezensierte dort zahlreiche zeitgenössische Romane nach den Maßstäben einer an der antiken Rhetorik orientierten aufklärerischen Kunsttheorie. Musäus war auch Satiriker und in den "Physio-gnomischen Reisen" (1788) nahm er die allgemeine Begeisterung über den Schweizer Kultautor Lavater kritisch aufs Korn, womit er sich als "entschlossener Aufklärer" zu beweisen suchte. In dieser Sammlung findet sich auch der Text: "Lästige Polizeianstalten vor Spaziergänger".

In diesem Text schildert der Autor ein Erlebnis, das er 1783 in Coburg hatte: Musäus übernachtete im "Weißen Schwan", wo er am nächsten Morgen bei sonnigem Wetter erwachte. Er entschloss sich zu einem Spaziergang und passierte das Ketschentor. Auf seinem Rückweg gelangt er an das Judentor, wo er von einem Wachhabenden abgewiesen wird, da er keinen Pass vorweisen konnte. Diesen hatte Musäus in seinem Gasthof vergessen. So ist er zur Umkehr genötigt und gelangt an das Tor zum Heiligen Kreuz. Aber auch dort ist kein Einlass zu bekommen. Das geht nur mit Pass. Erst die Fürsprache eines jungen Soldaten, der am Vortag den Dienst als Wachmann versehen hatte und der sich an Musäus erinnerte, verhalf diesem zur Rückkehr.

Nach einigen satirischen Seitenhieben auf die Coburger Obrigkeit, die strenger als der "Senat von Venedig" gegenüber den Reisenden sich verhalte, nennt Musäus als gut aufgeklärter Bürger ein Verfahren, das diese Probleme beseitigen könnte: 

"Dennoch wäre dieser kleinen Unvollkommenheit leicht abzuhelfen, wenn die Thorwachen angewiesen würden, ihr "Wohin?" auch an die auspassirenden Fremden gelangen zu lassen, um von ihnen Notiz zu nehmen, und sie innerhalb des Schlagbaums von der Stadt Sitte und Brauch zu unterrichten, damit der Fremdling die Wahl habe, seine Rückkehr jedesmal zu decken [...]."

Johann Gottfried Herder (1744-1803):

Herder, in Weimar Oberkonsistorialrat, Übersetzer und Schriftsteller, war auf dem Weg nach Italien durch das Coburger Land gereist. Der Trierer Domherr von Dalberg hatte Herder eingeladen, ihn auf seiner Italienreise zu begleiten. Das Angebot traf Herder in einer Lebenskrise: Konflikte mit Herzog Carl August, Tod seines jüngsten Sohnes, eheliche Zwistigkeiten. Seine Begegnung mit Coburg war nur flüchtig, doch sie erlaubte ihm noch weit diesseits des in Italien erhofften "Arkadiens" sich idyllischen Empfindungen in Ansehung einer idealisierten Natur hinzugeben. Herder schrieb an seine Frau am 9. August 1788: "Von Hildburghausen früh um 5. Uhr: um 11 in Coburg, u. wie froh war ich, da ich um 12. Uhr die Residenzen des Hern. Vettern Gothaischer Linie u. um 3. Uhr ihr ganzes Gebiet durch war. Um 4. Uhr war ich in Lahne bei Lichtenstein, der mir seine unermeßlich prächtigen Ochsen u. Kühe wies, u. so fuhr ich, das schönste Wiesental zur Seite bis Abend zwischen 8-9. Uhr nach Bamberg. Es ist die schönste Gegend von der Welt, u. man errötet, wenn man an die Länder über dem Thüringerwalde zurückdenkt. [...] Göthe u. Knebel können Dir von dem herrlichen Tal erzählen, das längs der Itz von Koburg hinunter läuft u. an welchem sich Geistliche u. Ritter mit ihren fetten weißen u. blauen Ochsen wohl gelagert haben."

Herder wie auch später Hölderlin sollte noch manche Gegend und manches Tal so bezeichnen.

Das Itztal bei Coburg. Für Herder ein "herrliches Tal". Stich um 1830/1840. SSC, IN 2231.


Friedrich Hölderlin (1770-1843):

Hölderlin machte sich Ende 1793 auf eine Reise, die ihn von Stuttgart über Nürnberg, Erlangen, Bamberg und Coburg nach Waltershausen (im Grabfeld) führte. Bei Frau von Kalb, hatte er durch die Vermittlung Schillers eine Stelle als "Hofmeister" (d.h. Hauslehrer) gefunden. 

In Coburg traf Hölderlin spät am Abend des 26. Dezember ein und reiste schon am nächsten Morgen früh "um 3 Uhr mit Extrapost ab". Es verwundert nicht, dass Hölderlin - dessen Logis in Coburg nicht bekannt ist - im einzigen Brief aus Coburg nichts über die Örtlichkeiten oder über besondere Erlebnisse in Coburg berichtet: Vermutlich hat er außer dunklen Straßen und einem späten Abendessen auf dieser Durchgangsstation zu seiner ersten Arbeitsstelle nichts erlebt.

Der einzige Brief, den Hölderlin in Coburg geschrieben hat, ging an seine Mutter. Er berichtet als "Ewig Ihr gehorsamer Sohn" über den Verlauf der Reise und den weiteren Fortgang. Seinen "theuren" Freunden Stäudlin und Neuffer schreibt er im ersten Brief aus Waltershausen vom 30. Dezember 1793 ausführlicher:

"Dienstags (denn kam ich in Nürnb. an) fuhr ich nach Erlang hinüber und feierte da den Christtag in der Universitätskirche, wo Prof. Ammon eine herrliche schön und hell gedachte Predigt hielt, womit er wenigstens zehen Scheiterhaufen und Anathema's verdiente. Mittwoch Abends reist' ich wieder von Erlangen ab, kam spät nach Mitternacht in Bamberg an, auf einem verdamt kalten und unsichern Wege, wo man uns wegen den Diebsbanden in den Wäldern einen Husaren entgegenschikte. Von Bamberg bis Koburg, wo ich Donnerstag Abends ankam, hatt' ich den ganzen Tag über das himmlische Thal, das von der Ize durchflossen wird, vor und hinter mir. [...] In Koburg reist ich Freitag Morgens um 3 Uhr mit Extrapost ab, und kam Abends hier an [...]."

Coburg hat Hölderlin nie mehr besucht.

Karl August Varnhagen von Ense (1785-1858):

Während der romantischen Epoche besuchten kaum namhafte Vertreter dieser Literatur Coburg. Eine Ausnahme ist der preußische Diplomat und Schriftsteller Varnhagen von Ense, der von seinem Besuch in Coburg an seine Frau Rahel schreibt, die in Berlin einen berühmten literarischen Salon betrieb:

"Gegen Koburg hin wird die Gegend immer schöner, die Stadt selbst hat eine einzig reizende Lage, in einem ausgedehnten Thale der schönsten Wiesen und Gebüsche, am Fuß einer Anhöhe, auf welcher die alterthümliche Festung alles überschaut."

Neben diesen "klassischen" romantischen Naturbeschreibungen berichtet Varnhagen Rahel auch von seinen Begegnungen mit Bekannten und Angehörigen des Hofes und über den neuesten Klatsch (Madame Panam und deren Affäre mit Herzog Ernst I., die Trennung des Herzogspaares). Nach einem gemeinsamen Besuch mit seinem Freund Wangenheim auf Schloss Rosenau eilen beide ins Theater, das "schon angegangen" war:

"[...] ich blieb ungefähr eine Stunde, und sah eine neue, einheimische Oper ziemlich abmartern, und empfahl mich dann vor dem Schlusse, um noch meinen Mantelsack zu packen."


Ludwig Bechstein (1801-1860):

Bechstein war herzoglicher Bibliothekar und Archivar in Meiningen und gründete 1832 den Hennebergischen altertumsforschenden Verein. Er verfasste patriotische Gedichte und Romane, doch bekannt geworden ist er durch seine am Vorbild der Gebrüder Grimm orientierten Sammlungen von Märchen und Sagen. Bechstein erfüllte damit das Interesse der Romantik an Tradition und nationaler Vergangenheit. Die Bewahrung mündlicher Überlieferungen sollte zur Erneuerung der Literatur beitragen, aber auch den "deutschen Biedersinn" festigen.

Ähnlich seinem Coburger "Kollegen" Friedrich Mihm (1811-1864), der ebenfalls Sagen aus der Coburger Region sammelte, erfasste auch Bechstein im "Sagenschatz des Frankenlandes" (1842) Sagen aus Coburg und seinem Umland. 

Eine dieser Sagen, die sowohl Bechstein wie Mihm aufnahmen, ist "Die steinernen Brunnenlöwen" betitelt und spielt auf dem Coburger Marktplatz. Von Besuchen Bechsteins in Coburg gibt es keine genauen Informationen, was auch vermutlich daran liegt, dass das vorhandene Quellenmaterial an Briefen etc. noch nicht ausgewertet wurde.

Wilhelm Raabe (1831-1910):

Raabe, sehr produktiver und wichtiger Vertreter des Realismus in Deutschland, nahm 1860 als Abgesandter an der ersten deutschlandweiten Tagung des Nationalvereins in Coburg teil. Dass das Treffen der "Nationalen" in Coburg möglich wurde, war der liberalen Politik von Herzog Ernst II. zu verdanken, die dazu führte, dass Coburg in diesen Jahren "zum Zentrum der in Vereinen versammelten deutschen Nationalbewegung" wurde. Zwei Jahre später beteiligte sich Raabe an einer weiteren Versammlung des Nationalvereins, nahm jedoch zunehmend von den politischen Ideen Abstand, die dort diskutiert wurden. Im Übrigen war Raabe mit der Übersiedlung nach Stuttgart beschäftigt, so dass nur wenige unmittelbare Aufzeichnungen zu diesen beiden Reisen vorliegen. Erst drei Jahrzehnte später - also nach der Gründung des "Deutschen Reiches" unter preußischer Führung - erscheint der Kurzroman "Gutmanns Reisen". Das Buch ist eines der wenigen Werke der deutschen Literatur, deren Handlung vollständig in Coburg angesiedelt ist. Es ist eine humorvoll erzählte Liebesgeschichte, die im übertragenen Sinn die Annäherung von Nord- und Süddeutschland symbolisiert.

1892 nennt Wilhelm Raabe seinen Roman: " [...] ein sehr gewagtes Experiment [...], eine Partheibildung als Heldin in den Mittelpunkt einer humoristischen Dichtung zu stellen. [...] Ich bleibe aber dabei: Das Werk ist so eine nützlichere Schöpfung und dazu eine der besseren Bismarckiaden! Wie viele geistreiche, treffliche, treue, eifrige Männer wußten in jenen Septembertagen 1860 was geschehen müsse, aber nur leider nicht wie [...]."

In der "Reithalle" fanden die Versammlungen des "Deutschen Nationalvereins" 1860 und 1862 statt. Wilhelm Raabe gehörte zu den Teilnehmern. Max Brückner, 1857. LBC, Cob. 57, 1844.

Weitere literarische Coburgbesucher:

Felix Dahn (1834-1912), Schriftsteller und Historiker, besuchte Friedrich Rückert auf dessen Einladung hin in Neuses. In seinen "Erinnerungen" beschreibt er dieses Erlebnis. Auch Theodor Fontane (1819-1898) besuchte in Coburg neben der Lutherstube auf der Veste das Rückertsche Haus und den Park mit dem Denkmal in Neuses (1873). Die Anlage fand er Rückert nicht angemessen, wie er in seinen Reisenotizen festhielt: "Er war zugleich glänzend, fremdländisch orientalisch bunt und reich und dieser Rückert, der eigentlichste, der uns die Dichtung des Orients erschlossen hat, dieser Rückert muss aus Rosen und nicht aus Feldblumen aufwachsen." Grillparzer wiederum machte 1826 auf einer Deutschlandreise Zwischenstation in Coburg, wo er sich "grässlich langweilte". Rückert - so schreibt er - hätte er gerne besucht, wenn er nur gewusst hätte, dass Rückert in Coburgs Nähe lebt.

Reinhard Heinritz/ Bearbeiter: Edmund Frey

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