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Neue Ausstellung im Vorsaal vom 14.3.2011 bis 18.6.2011: "Blumenkinder" -
Blätter aus der Mappe TB WW 281
Die Ausstellung endet bereits am 4. Juni 2011!

Aus der Mappe TB WW 281
Die Bestände der Landesbibliothek
Coburg warten immer wieder mit Überraschungen auf. Dazu gehören so bezaubernde
Kleinigkeiten wie die Mappe mit den „Blumenkindern“. Lange vor Flower Power
wurden so personifizierte Blütendarstellungen bezeichnet. Die Vorlagen für die
Farbdrucke hat der Maler Paul Nauen (1859-1932) gezeichnet. Wie sie in den
Bestand der Theaterbibliothek und dort in die Untergruppe „wissenschaftliche
Werke“ gelangten, lässt sich anhand eines Briefes rekonstruieren, der bis heute
in der Mappe liegt. Daraus geht hervor, dass ein Herr Schneider aus Gotha einem
„lieben Freund“ am 3. November 1905 die Serie übersandt hat. Hintergrund waren
Überlegungen, diese in Szene zu setzen. Eine Verwirklichung der Idee – angedacht
war die Fastnachtszeit - ist aber zumindest in den Aufführungsbüchern des
Landestheaters Coburg nicht belegt. Es ist auch kein entsprechender
Theaterzettel aus der Spielsaison 1905/06 überliefert. Empfänger von Brief und
Mappe kann nur Paul von Ebart gewesen sein. Der Briefschreiber wendet sich an
einen ehemaligen Theaterleiter, der diese Funktion nun wieder innehat. Ebart,
der bereits von 1889 bis 1893 unter Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und
Gotha Leiter des Hoftheaters war, nahm seit Regierungsantritt von Herzog Carl
Eduard am 19.07.1905 die Aufgabe zum zweiten Mal wahr. Die Landesbibliothek
Coburg freut sich über Hinweise zum Briefschreiber und zur Klärung der Frage, in
welcher Beziehung er zu Margarethe Schneider aus Gotha stand. Nach Ausweis des
Besitzstempels gehörten ihr einst die „Blumenkinder“.
Die 24 zwischen 1884 und 1886 bei Franz Lipperheide in Berlin veröffentlichten
Einzelblätter sind zusammen mit dem Brief im Original zu sehen. Um die Details
der vergleichsweise kleinformatigen Drucke besser zur Geltung zu bringen, werden
sie durch vergrößerte Reproduktionen ergänzt. Als Vorboten des Frühlings warten
die „Blumenkinder“ ab dem 14.3. im Vorraum der Landesbibliothek Coburg auf Ihren
Besuch.
Transkription des Briefes:
Gotha, 3.11.05
Lieber Freund! Sie schrieben mir einst, Sie würden den „duftigen Zauber“
aufführen, wenn Sie noch Theaterleiter wären. Nun sind Sie es wieder und haben
den Musen bisher zu meiner grossen Genüge neuen Kurs gegeben. Sind Sie in der
Lage, das Beigefügte ernsthaft auf die Möglichkeit zu prüfen? Mein Name dürfte
bei der Sache nicht genannt werden, nur der Ihrige, wie ichs angegeben habe. Sie
können dann Ihre glückliche Phantasie noch walten lassen! Ich dachte mir die
Aufführung zu Fastnacht für große und kleine Kinder. Aber lehnen Sie nur wie
jeden Andern ab, wenn Sie kein Vertraun gewinnen und geben mirs zurück. Dass ich
vor 9 Wochen einen Nervenschlag gehabt habe, aber nun wieder leidlich wohl
bin, hörten Sie wohl. Ergebenster G. Schneider
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